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KLEINES LEXIKON I
DER
BUDDHISMUS

Das Leben ist ein Produkt Deiner Gedanken.
Achte stets auf Deine Gedanken. Sie werden zu Worten.
Achte stets auf Deine Worte. Sie werden zu Handlungen.
Achte stets auf Deine Handlungen. Sie werden zu
Gewohnheiten.
Achte stets auf Deine Gewohnheiten. Sie werden zu
Charaktereigenschaften.
Achte stets auf Deinen Charakter. Er beeinflusst Dein
Schicksal.

Buddha
Buddha heißt übersetzt der "Erwachte", der
"Erleuchtete". Buddha ist der Gründer des Buddhismus.

Die Gesten des Buddha
Die
Darstellung Buddhas ist durch Regeln
festgelegt, die in Indien entstanden sind.
Buddha wird sitzend und in der Lotuspose dargestellt.
Die Beine sind eng gekreutzt und die Sohlen beider Füße
sind nach oben gerichtet.
Die
symbolischen Gesten der Hände (Mudra) haben große
Bedeutung, denn sie zeigen die Situationen und
Tätigkeiten des historischen Buddha während und nach
seiner Erleuchtung an.
Geste der Erdberührung

Unmittelbar vor seiner Erleuchtung berührte Buddha mit
seiner rechten Hand die Erde um sie in seinem Streit mit
Mara, der Verkörperung des Bösen, als Zeugen für seine
guten Taten in seinen zahlreichen früheren Leben und
für seinen festen Willen zur Ausführung seines Vorhabens
anzurufen.
Meditationsgeste

Der
sitzende Buddha legt die Hände locker in seinem Schoß
übereinander. Die rechte Hand ist immer oben, die
Handflächen zeigen auch immer nach oben und die Finger
sind ausgestreckt.
Geste der Beruhigung und
Schutzgewährung

Die
rechte Hand ist erhoben und dem Betrachter offen
zugewandt.
Geste des Schenkens und der Gunstgewährung

Die
Hand ist offen und dem Betrachter zugewandt.
In Gang setzen des Rades der Lehre

Beide Hände werden vor der Brust gehalten. Daumen und
Zeigefinger der rechten Hand formen das Rad, der
Mittelfinger der linken Hand versetzt es symbolisch in
Rotation.


Der Altar
Einen Altar findet man nicht nur in einem Tempel,
sondern in fast jedem Haushalt. Neben der Statue oder
einem Bild von Buddha , wie beim Hinayana-Buddhismus,
findet man Bodhisattvas, wie beim Mahayana-Buddhismus.
Ein
Altar ist eine Unterstützung für unsere Wünsche und für
das Ansammeln positiver Handlungen. Er ist ein Ort an
dem wir Freigiebigkeit entwickeln und unsere
altruistischen Wünsche aussprechen können.

Opfergaben
(Verehrungsgaben)
Zu
einem Altar gehören Opfergaben. Die Opfergaben sind
immer auf eine Gottheit ausgerichtet. Hier die Bedeutung
einiger Symbole die man an einem Altar finden kann.
Kerzen oder Lämpchen
Licht des Buddhadamma, mit dem er die Finsternis des
Nichtwissens zerstört hat.
Weihrauch
Das
Licht des Dhamma kann nur durch gutes sittliches
Verhalten erreicht werden.
(Wohlgeruch der Sittlichkeit)
Blumen
Symbol der Vergänglichkeit des Körpers.
Wasser
Bedeutet kühler Geist und friedvoll.
Essen
Wie
etwa eine Annanas. Sie ist das Symbol für Glück.

Lotus
Der
Lotus ist im Buddhismus wichtig, da er die Aufklärung
und Erleuchtung symbolisiert.
Seine Fähigkeit, Schmutz von sich zu weisen, ließ den
Lotos in weiten Teilen Asiens zum Sinnbild für Reinheit,
Treue, Schöpferkraft und Erleuchtung werden. Das Symbol
findet sich sowohl im
Hinduismus wie auch im Buddhismus.

Geisterhäuschen (chao ti)
In
Thailand hat fast jedes Haus sein Geisterhäuschen. Um so
größer das Geschäft, Hotel oder Wohnhaus, je größer das
Geisterhäuschen. Es soll den jeweiligen Geist günstig
stimmen, der bei der Errichtung des Gebäudes von seinem
angestammten Platz vertrieben wurde. Das kleine bzw.
große Geisterhäuschen darf nie vom Schatten des Hauses
berührt werden. Es gibt sehr kleine Geisterhäuschen für
die Wohnung. Diese erfüllen ihren Zweck. Opfergaben in
Form von Blumen, Räucherstäbchen, Essen (Reis), oder
Trinken (es kann auch eine Coca Cola sein) werden
erbracht und im Gegenzug gute Geschäfte, Glück,
Gesundheit oder Geld zu erbeten.


Bodhibaum
Bodhibaum "Baum der Erleuchtung", ein Feigenbaum, unter
dem Buddha die Erleuchtung erlangte.

Sri Maha Bodhi
(Sri Lanka)

Sri Maha Bodhi

Am Baum werden bunte Tücher
befestigt.
Sie dienen der Wunscherfüllung
Der Sri Maha Bodhi ist der
älteste Baum auf diesem Planeten, dessen Geschichte
dokumentiert ist. Im 3. Jahrhundert vor Christus
gelangte durch Sanghamitta ein Zweig des Baumes nach Sri
Lanka, unter dem Siddharta Guatama erleuchtet wurde und
später zum Buddha wurde. Wäre dem Baum in den letzten
2.200 Jahren etwas zugestoßen, so wäre es mit Sicherheit
überliefert worden.

Bodhisattvas
Bodhisattvas "Bodhi" heißt "erleuchtet", "Sattva" heißt
"sein".
Ein
Bodhisattva ist ein Vorbild oder Führer, der anderen
hilft, den Weg zur Erlösung zu finden und sie von ihren
Leiden zu befreien. Ein Bodhisattva ist voller Mitleid
und Liebe für seine Umwelt.
Guan Yin (Kuan Yin), die buddhistische, weibliche
Verkörperung des Mitgefühls erfüllt als lieblich
anmutende, spielerische Göttin die Wünsche derer, die
sie anrufen, besonders aber die der Frauen. Sie ist die
meistverehrte Göttin des chinesischen Pantheon.

Übersetzt bedeutet ihr Name: "Diejenige, die die Laute
der Welt vernimmt", denn sie verspricht Linderung und
Erlösung vom Leid und den Schmerzen der Welt.

Tipitaka
(Der Dreikorb)
Pali: ti "drei" pitaka "Korb"
Die
Tipitaka setzt sich wie folgt zusammen.
Der
Vinaya-Pitaka: Die Sammlung der Ordenszucht.
Der
Sutta-Pitaka: Die Sammlung der Lehrreden.
Der
Abhidhamma-Pitaka: Die philosophische Sammlung.

Die buddhistischen Richtungen

Hinayana
(kleines Fahrzeug)
(In
Thailand Theravada (Der Weg der Alten genannt)
(ab
5. Jh. v. Chr.)
Wer
Leid vermeiden wollte, bekam Auskunft über Ursache und
Wirkung.
Er
wird vorherrschend in Sri Lanka, Birma, Laos, Thailand
und Kambodscha gelehrt. Die Lehre Buddhas wird als
"Floß" oder "Schiff" betrachtet, mit dem man den Ozean
der Welt des Leides überqueren kann - hin zum Nirvana.
Hinayana ist die älteste Form des Buddhismus und beruht
auf einer Sammlung von Lehren, die auf einer Konferenz,
nicht lange nach Gautamas Tod, bestätigt wurden.
Hinayana verheißt nur den Mönchen und Nonnen Erlösung.

Mahayana (großes Fahrzeug)
(ab
2 Jh. n. Chr.)
Wer
mehr für andere tun wollte, hörte Belehrungen über
Mitgefühl und Weisheit.
Der
Mahayana ist verbreitet in Nepal, Tibet, Vietnam, China,
Korea und Japan. Mahayana wird die jüngere und größte
Strömung im Buddhismus genannt.
Hier können nicht nur Mönche und Nonnen, wie im
Hinayana, sondern alle Menschen das Nirvana erreichen.
Dabei helfen ihnen die Bodhisattvas.
Bodhisattwa Kuan Yin
Vajrayana (Donnerkeil oder
diamantenes Fahrzeug)
(ab
5. Jh. n. Chr.)
Wird häufig als eine Weiterentwicklung des Mahayana
angesehen.
Der
Vajrayana ist heute hauptsächlich vertreten in Nepal,
China, Japan und Tibet. Mystik, Symbolik, Rithen,
geistige und körperliche Übungen dienen als Mittel auf
dem Weg zur Erleuchtung.
Diese Lehre zielt darauf ab, das Nirvana innerhalb eines
Lebens, anstatt über den Zeitablauf mehrerer Leben zu
erreichen.
Avalokiteshvara
Lamaismus
(ab
747 n. Chr.)
In
Tibet ist der Lamaismus die vorherrschende Religion. Der
Lamaismus ist eine Sonderform des Vajrayana. Er enthält
Elemente der vorbuddhistischen Bon-Religion, einer Form
des Schamanismus. Im Jahre 747 n Chr. kam der
buddhistische Mönch und Gelehrte Padmasambhava, "der aus
einem Lotus Geborene" von Nordindien nach Tibet, wo er
den ersten Orden der Lamas (Mönche) gründete.


Die vier edlen Wahrheiten
Das
Leben ist "DUKKHA".
Auf
deutsch: leidhaft, unerfüllend und nicht zufrieden
stellend.
Die
vier edlen Wahrheiten sind Buddhas Antwort auf die
Frage:
1.
Was ist Leiden?
Das ganze Leben ist Leiden, Geburt,
Krankheit, Alter und Sterben ist leidvoll.
Glück ist vergänglich.
2.
Wie entsteht das Leiden?
Das Leiden entsteht, weil die Menschen
immer mehr haben wollen, als sie
besitzen und nicht zufrieden sind mit
dem was sie besitzen.
3.
Wie kann das Leiden beendet
werden?
Das Leiden hört auf, wenn die
Menschen diese Gier überwinden.
4.
Wie ist der Weg aus dem Leiden?
Es gibt einen Weg zum Glück.
Es ist der achtfache Pfad.

Der achtfache Pfad
Der
achtfache Pfad besteht aus drei Gruppen.
"SITTLICHKEIT"
"KONZENTRATION bzw. GEISTESSAMMLUNG"
"WEISHEIT"
Rechte Ansicht
Sich darüber klar werden, was wir mit dem Leben tun.
Rechtes Denken
Sich nicht von schlechten Gedanken leiten lassen.
Rechtes Reden
Nicht lügen und nicht böse sprechen.
Rechtes Tun
Selbstlos sein und gut mit anderen umgehen.
Rechtes Leben
Nur
Arbeiten annehmen, die anderen nicht schaden.
Rechtes Streben
Immer das Beste versuchen.
Rechte Wachsamkeit
Bewusst leben und empfinden.
Rechtes Sichversenken
Sich auf eine Sache konzentrieren.


Dharmacakra
Dharmacakra heißt "Rad der Lehre".
Es
wurde von Buddha in Bewegung gesetzt.
Seine acht Speichen symbolisieren den achtfachen Pfad.

Die Grundregeln ethischen Verhaltens
Die 5 Selbstverpflichtungen
(Panca Sila)
Buddhisten beachten fünf ethische Prinzipien:
"Ich verpflichte mich gegenüber mir selbst,
1.
kein Leben zerstören
(Ich beobachte das Gebot, mich
fernzuhalten von der Vernichtung
der Lebewesen.)
2.
Diebstahl unterlassen
(Ich beobachte das Gebot, mich
fernzuhalten von Diebstahl.)
3.
kein unkäuscher Lebenswandel
(Ich beobachte das Gebot, mich
fernzuhalten unerlaubten
geschlechtlichen Verkehrs.)
4.
nicht Lügen
(Ich beobachte das Gebot, mich
fernzuhalten von Lüge und Trug.)
5.
berauschende Getränke meiden".
(Ich beobachte das Gebot, mich zu
enthalten des Genusses von Alkohol.)

Die 8 Selbstverpflichtungen
(Atthanga Sila)
Die
acht ethische Prinzipien sind für den Aufenthalt im Wat
gedacht, die dritte Selbstverplichtung ist verändert.
"Ich verpflichte mich gegenüber mir selbst,
3.
mich jeglicher sexuellen Handlung zu enthalten
6.
mich des Essens nach 12 Uhr zu enthalten
7.
nicht zu tanzen, zu singen oder Musik zu hören sowie
mich nicht mit Parfüm oder Kosmetik zu verschönern
8.
nicht auf einem hohen, geräumigen oder luxuriösen Bett
zu schlafen".

Die Zuflucht zu den"Drei Juwelen"
"BUDDHA" (Der vollkommen Erwachte)
"DHARMA" (Die Lehre die den Weg weist)
"SANGHA" (Die Gemeinschaft die den Weg geht)
Bei
jedem buddhistischen Schrein dreimal anrufen mit
den Worten die Gautama Buddha seinen ersten Missionaren
gab.
Ich
nehme meine Zuflucht zum Buddha.
Ich
nehme meine Zuflucht zum Dharma.
Ich
nehme meine Zuflucht zum Sangha.
Ich
nehme meine zweite Zuflucht......
Ich
nehme meine dritte Zuflucht.....

Die dreifache Verehrung
Ein
häufiges Gebet das auch dreimal gesprochen wird:
Pali:
Namo tassa bhagavato arahato Sammasambuddhassa
Deutsch:
Verehrung dem Erhabenen, Heiligen, Vollkommen Erwachten!

Dharma
Pali "Dhamma"
Dharma ist die buddhistische Lehre. Das Dharma wird als
ein Floß oder Schiff angesehen, das die Menschen über
das Meer von Leiden in das Nirvana bringt. Die
buddhistischen Glaubensrichtungen werden deshalb auch
als "Fähren" oder "Fahrzeuge" bezeichnet.


Sangha
Sangha heißt, die Mönch- und Nonnengemeinde, die Buddha
gegründet hat.
Karma

Karma heißt übersetzt "Tat" oder "Wirken" (Ursache und
Wirkung), nicht Schicksal.
Jeder ist für sein eigenes Leben verantwortlich. Dieses
Verständnis ermöglicht den bewussten Aufbau von
Eindrücken, die zu Glück führen und künftiges Leid
vermeiden.
Für
Buddhisten bedeutet Karma die Ansammlung guter oder
schlechter Taten ihres gesamten Lebens.
Ein
schlechtes Karma zieht eine Wiedergeburt in einem
schlechten Leben nach sich. Bei gutem Karma gehen
Buddhisten ins Nirvana ein.

Wiedergeburt
Buddhisten glauben, dass ein Mensch nach seinem Tod
wieder in ein weiteres Leben hineingeboren wird.
Man
kann als Tier oder Mensch wiedergeboren werden, das
hängt ganz vom Karma ab. Buddhisten streben als höchstes
Ziel die Befreiung aus diesem Kreislauf an, um ins
Nirvana einzugehen.
Nirvana
Nirvana heißt "verwehen" oder "verlöschen".
Das
Nirvana ist das höchste Ziel der Buddhisten. Es ist das
Verlöschen der Wünsche und der Gier. Dieser Zustand kann
zu Lebzeiten erreicht werden.
Der Tod ist dann der Eintritt in das vollkommene Nirvana.
Wer ins Nirvana eingeht, muss nicht mehr wiedergeboren
werden und nicht mehr leiden.
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