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Wissenswertes

Die Begrüßung "Wai"
Die
Position des Wai zeigt an, dass sie keine Waffen in
ihren Händen halten und in Frieden kommen.
Bei
dieser Geste werden die Handflächen gegeneinander
gelegt. Der Wai ist nicht nur eine Begrüßung, sondern
auch der Ausdruck von Respekt und Achtung vor anderen.
Es gibt 4 Hauptarten wie und wann der Wai gezeigt wird.
Gegenüber Niedrigergestellten:
Die
Daumen etwa in Brusthöhe
Gegenüber Gleichgestellten
Daumen unterhalb des Kinns.
Gegenüber Höhergestellten
Daumen in Höhe der Unterlippe.
Gegenüber älteren Menschen
Daumen in Höhe der Nasenspitze.
Gegenüber Buddha, Mönchen oder der Königsfamilie
Daumen zwischen den Augenbrauen.
Ist
der soziale Unterschied groß, wird der Wai nicht
erwiedert
Wie
z.B. Kinder, Zimmermädchen oder Bedienung im Restaurant.
Das
hat aber nichts mit Unhöflichkeit zu tun.
Wenn das aber für sie zu umfangreich ist, genügt ein
leichtes Kopfnicken oder freundliches Lächeln.
Wichtig zu Wissen:
Mönche erwiedern den Wai grundsätzlich nicht.

Anrede
Thailänder sprechen sich mit dem Vornamen an, dem der
Titel Khun (Mann oder Frau) vorangestellt wird (z.B.
Khun Chay oder Khun Daeng).

Bekleidung bei einem
Tempelbesuch
Die
Bekleidung bei einem Tempelbesuch ist sehr wichtig.
Generell gelten Touristen als reich, wie sonst könnten
sie sich einen Urlaub in Thailand leisten. Aber, anders
als Thais, die sich gerne besser kleiden, laufen viele
Touristen herum wie die letzten Heuler. Kein Thai würde
es wagen, sich in diesem Outfit, sehen zu lassen:
schlabbernde kurze Hosen, billige T-Shirts und
Gummi-Sandalen, das ist in Thailand allenfalls die
Kleidung der Aller-Ärmsten.
Frauen sollten einen Rock oder lange Hosen tragen, ein
entsprechendes Oberteil oder ein Kleid, das sowohl die
Knie als auch die Schultern bedeckt.
Männer sollten auf keinen Fall mit freien Oberkörper
oder mit Shorts einen Tempel betreten. Es müssen lange
Hosen und ein Hemd oder T-Shirt mit Ärmel sein.

Die Verehrung für Buddha
und Mönche im Tempel

1. Haltung "Anchalee"
(Es
ist die Vorbereitung)
Die
Knie sind am Boden leicht auseinander (Mann), eng
zusammengehalten (Frau), das Gewicht wird über die Zehen
(Mann), Fußrücken (Frau) getragen.
Der
Mann sitzt auf den Fersen. Die Hände sind vor der Brust
gefaltet. Die Ellenbogen sind möglichst nach unten
gerichtet und nicht seitlich nach außen.
2. Haltung "Wan Ta"
Bewegung der Hände nach oben zur Stirn, wobei die Daumen
zwischen den Augenbrauen sein sollten.
3. Haltung "Apee Wat"
Bewegung zum Boden. Hände und Kopf bewegen sich zum
Boden. Hände gehen aureinander, so dass die Stirn
dazwischen passt. Die Ellenbogen müssen die Knie
berühren (Mann), die Knie außen umschlingen (Frau).

Respekt
Bildnisse, Statuen und Figuren Buddhas, sind heilig und
mit entsprechendem Respekt zu behandeln. Jede Entweihung
wird hart bestraft.
Mönche und die Königsfamilie sind mit absolutem Respekt
zu behandeln. Auf Geldscheinen und Münzen ist das
Bildnis des Königs.
Die große Verehrung, die den buddhistischen Mönchen
entgegen gebracht wird, gilt weniger der Person selbst
als vielmehr dem Respekt vor dem
Dharma, das
der Mönch oder die Nonne verkörpert bzw. repräsentiert.

Kopf und Füße

Sie
dürfen niemals den Kopf eines Thais berühren. Der Kopf
gilt als das höchste Körperteil - auch symbolisch - und
genießt deshalb besonderen Schutz.
Dagegen sind die Füße das niedrigste Körperteil
(schmutzig und unwürdig). Beim sitzen oder liegen müssen
sie aufpassen, dass die Füße nicht auf Personen oder,
was sehr übel genommen wird, in Richtung von
Buddhafiguren oder einem Bildnis der Königsfamilie
zeigen. Mit den Fingern nicht auf Personen, sondern nur
auf Gegenstände (außer auf religiöse und spirituelle
Gegenstände) zeigen.

Tempel "Wat"

Der
Tempel (Wat) ist für jeden Buddhisten ein Ort der Ruhe,
Entspannung, Meditation und auch des Feierns
(Tempelfeste).
In
größeren Wats gibt es zum Beispiel Apotheken (viele
Mönche sind Experten in der Kräutermedizin). In anderen
Tempeln bekommen Waisen und Kinder aus armen Familien
Unterricht in einer Schule.
Fotos oder Videos machen ist kein Problem, aber bitte im
sitzen, denn es ist ungehörig zu stehen, während andere
Menschen oder gar ein Mönch sitzt. Mönche bitte vorher
fragen. Religiöse Zeremonien dürfen auf keinen Fall durch
lautes reden, lachen, fotografieren usw. gestört werden.
Beim Betreten eines Gebäudes innerhalb der Tempelanlage
müssen Schuhe ausgezogen werden.
Treten sie nicht auf die Schwelle beim eintreten. Sie
würden den darin wohnenden "Geist" verärgern.
Das
Aufkleben der Goldblätttchen hat seine Bedeutung. Auf
das Körperteil, an dem sie erkrankt sind oder Schmerzen
haben, wird dieses Goldblatt geklebt in der Hoffnung auf
Heilung.
Beim Vorbeilaufen an kniehenden Menschen, wie z.B. in
einem Tempel, ist es gute Sitte den eigenen Körper
respektvoll leicht zu beugen.

Die Schnur des "Glücks"
Viele Thais, auch einige Touristen, tragen um ihr
Handgelenk eine Schnur, die von weiß bis dunkelrot
aussehen kann. Sie sollen ihren Trägern Glück bringen
und Unglück fernhalten.
Das
"SAI SIN" ist kein Zier- oder Freundschaftsbändchen.
Während der Rezitation des Paritta geht eine Schnur
durch die Hände der rezitierenden Mönche. Diese Schnur
kann nachher zerschnitten werden und als Amulett um das
Handgelenk oder den Hals von Laien gebunden werden.
Diese Bändchen liegen teilweise in den Tempeln in einer
Schale, aus der sie genommen werden können. Das Bändchen
darf nicht mehr abgemacht werden. Es muss von selbst
abgehen.
Sollten sie einmal in einen Tempel kommen, in dem ein
Mönch sitzt, gehen sie mit gebückter Haltung (Respekt)
zu ihm hin, kniehen sie sich hin und begrüßen sie ihn
mit einem Stirn-Wai. Anschließend bindet er um ihr
rechtes Handgelenk eine Schnur. Dabei spricht er ein
kleines Gebet für ihr Glück und ihre Gesundheit. Danach
bedanken sie sich wieder mit einem Stirn-Wai.

Mönche in einem Tempel

Es
gibt in einem Tempel Mönche die dort wohnen und Mönche
die nur zu bestimmten Zeiten (Regenzeit) einem Tempel
besuchen.
Am
Ende der Regenzeit verlassen die Mönche die zu Besuch
waren, nach einem gemeinsamen Fest wieder den Tempel
und gehen in ihren Tempel zurück.
Um
5 Uhr werden die Mönche durch einen Gong geweckt und
beginnen danach mit dem Gebet. Anschließend verlassen
sie das Kloster um Almosen zu sammeln.
Bis
zur Mittagszeit können viele Aufgaben wahrgenommen
werden. Sei es das Auswendig lernen buddhistischer
Schriften, der Empfang von Gläubigen. Die Nachmittage
dienen der Selbstfindung und einem zeitlichen Freiraum.
Dabei vermeiden die Gläubigen meistens, einen Mönch ohne
vorherige Absprache zu besuchen.
Einige Mönche schlafen aber auch, andere studieren
weiter die buddhistischen Schriften, einige meditieren
oder erledigen Aufgaben, die zum Erhalt des Wats
notwendig sind.

Einige der 227 Regeln für Mönche:

Mönche sollen sein: freundlich, milde, nie aufgeregt,
zornig, grob, streitlustig, nicht rennen, hüpfen,
spielen, tanzen, er soll sich immer ordentlich benehmen
(sitzen oder gehen) und kleiden. Beim Essen nicht gierig
sein oder zeigen, dass er hungrig ist, nach 12.00 Uhr
darf er keine feste Speise zu sich nehmen. Er darf nur
essen, was ihm formell von einem Laien gegeben wurde. Er
soll seine Gewandtücher ordentlich tragen. Er darf nicht
betteln und vieles andere mehr.

Man kann aus dem Mönchsorden ausgeschlossen werden:
Wenn man als Mönch Sexualverkehr hat, schweren Diebstahl
begeht, einen Menschen tötet, zum Mord an einem Menschen
Beihilfe leistet oder jemandem das Leben so mies
darstellt, dass dieser Selbstmord begeht

Das Verhalten gegenüber einem Mönch

Mönche genießen immer Vortritt
Gehen sie auch nicht neben einem Mönch sondern hinter
ihnen. Die Kleidung darf nicht berührt werden. In einem
Bus ist immer die letzte Bank für die Mönche reserviert.
Frauen dürfen Mönche nicht berühren. Opfergaben werden
von einer Frau nicht direkt dem Mönch, sondern nur über
einen Mann gegeben, oder auf dem Boden vor den Mönch
gelegt.
Die
Almosen für die Mönche sollten im Einklang mit den
buddhistischen Regeln stehen.
Geld geben sie in einem Umschlag oder in den
Spendenkasten des Tempels.
Der Abt eines Tempels

Wer
Abt werden möchte, muss wenigstens zehn Jahre Mönch
gewesen sein und sich dadurch Ansehen und Recht erworben
haben. Er muss sich mit allen religiösen Angelegenheiten
auskennen und zusätzlich Kenntnisse der Traditionen
seiner Gemeinde haben. Seine Ernennung erfolgt durch
einen Ältestenrat.
Das
Foto zeigt Luang Pi Wichittsupakan.
Er
ist Abt des Wat Phra Nang Sang (Phuket).


Vom Tempeljungen zum Mönch
Nach dem (zumindest vierjährigen ) Dienst als Dek Wat
wird ein angehender Mönch gewöhnlich zum
Novizen ordiniert. Die Novizen leben wie die
Mönche nach den Regeln, die im Patimokkha (Buddhistische
Ordensregeln) fixiert sind, werden aber nicht
förmlich zur Befolgung der gesamten Ordensregel
verpflichtet. Die Dauer eines Noviziats beläuft sich
gewöhnlich auf ein bis zwei Jahre. Mit 20 Jahren werden
sie als geeignet befunden, die höhere Weihe
Upasampadā zu empfangen, die sie zum vollen
Bhikkhu macht

Die Tempeljungen
In
Thailand werden Tempeljungen
Dek Wat oder
Luk Sit
genannt.
Dek: bedeutet "Kinder"
Wat: bedeutet "Tempel"
Luk
Sit: bedeutet "Schüler"
Sie
wurden Schüler genannt, da sie früher nur im Tempel
lernen konnten und es keine Schulen gab.
Ein
Tempeljunge ist etwa 8 bis 9 Jahre alt. In Thailand gibt
es eine Schulpflicht. Es gibt viele arme Eltern, vor
allem aus den armen Regionen, die ihre Kinder nicht in
die Schule schicken können. Viele dieser Kinder werden
als Tempeljungen aufgenommen.

Bevor ein Tempeljunge Schüler werden kann, muss er sich
einer kurzen Zeremonie unterziehen. Er muss vorher
Buddha und dem Mönch huldigen, um als Schüler
aufgenommen zu werden. Danach übergibt der Tempeljunge
dem Mönchslehrer ein Tablett mit einer Kerze, einem
Räucherstäbchen und Blumen. Der Mönch nimmt es entgegen
und stellt das Tablett auf dem Altar. Nun ist der
Tempeljunge als Schüler aufgenommen.
Er
hilft den Mönchen und nimmt ihnen Arbeit ab. Als
Gegenleistung bekommt er Religionsunterricht und wird in
Lesen und Schreiben unterwiesen. Der Mönchslehrer
übernimmt dabei die Rolle des Lehrers und des Erziehers.
Pindabat
(Almosengang)
Die Aufgaben eines Tempeljungen sind zum Beispiel:
Er
hilft beim Almosen sammeln die Nahrungsmittel zu tragen.
Er muss das Essen mit vorbereiten und anschließend das
Geschirr abwaschen. Er reinigt die Kutis
(Zellen der Mönche, in denen sie schlafen und
meditieren). Falls vorhanden muss er den Garten pflegen.
Der Tempeljunge darf erst nach den Mönchen essen.

Novize/Ordination
Die
Aufnahme in eine Mönchsgemeinde ist meistens zu Beginn
der Regenzeit. Das Eintrittsalter als Novize ist etwa
mit 20 Jahren. Mit 21 Jahren kann man zum Mönch geweiht
werden.
Am
Aufnahmetag muss der in einem weißen Gewand gekleidete
Novize dreimal um den Klostertempel, seinem zukünftigen
Zuhause, laufen. Wobei er von Familienmitgliedern,
Freunden und Bekannten freudig begleitet wird.
Der
künftige Mönch hält auf seinem Weg zum Wat in seinen
gefalteten Händen eine Kerze, Räucherstäbchen und eine
Lotosblume als Zeichen der Verbundenheit mit Buddha.
Die Ordination findet anschließend im Bot, dem
heiligsten Teil der Tempelanlage statt. Der Abt des
Klosters stellt Fragen, die der Novize in der heiligen
buddhistischen Sprache, dem Pali, mit ja oder nein
beantworten muss.
Danach werden ihm die Haare geschoren und er erhält
anschließend die 8 Requisiten, die ihm als Mönch zu
besitzen erlaubt sind.

3
gelb-orangene Gewänder
1
Schermesser
1
Nadel
1
Gürtelband
1
Wasserfilter
1
schwarze Almosenschale

Mönchsweihe im Wat Chalong
Neben den 8 traditionellen Sachen dürfen Mönche heute
noch Toilettenartikel, Bücher, Sandalen und Brillen
benutzen.
Man
kann jederzeit die Mönchsrobe wieder ablegen und wieder
in seinen Beruf zurückgehen. Je länger die Mönchsrobe
getragen wird, um so größer werden die Verdienste
(Kharma), die auch auf die Eltern übergehen und für
deren künftiges Leben entscheidend sein werden.
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